Erfolgsfaktoren sind die wesentlichen Elemente, Bedingungen oder Merkmale, die den Erfolg eines Unternehmens, Projekts oder einer Strategie massgeblich beeinflussen. Wer sie kennt und gezielt steuert, erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit — wer sie ignoriert, scheitert oft trotz guter Ideen.
Kritische Erfolgsfaktoren (KEF / CSF)
Das Konzept der Critical Success Factors (CSF) wurde von John F. Rockart in den 1980er-Jahren entwickelt. CSFs sind die wenigen Bereiche, in denen eine Organisation oder ein Projekt unbedingt erfolgreich sein muss, um das Gesamtziel zu erreichen.
Beispiele je nach Kontext:
- IT-Projekt: Klare Anforderungen, Stakeholder-Commitment, realistisches Budget, kompetentes Team
- ERP-Einführung: Top-Management-Support, Change Management, saubere Datenmigration
- Unternehmensstrategie: Marktzugang, Differenzierung, Ausführungsfähigkeit
CSF vs. KPI: Der Unterschied
| Begriff | Was es ist | Beispiel |
|---|---|---|
| CSF (Kritischer Erfolgsfaktor) | Bedingung für den Erfolg — was muss stimmen? | «Nutzerakzeptanz ist gesichert» |
| KPI (Key Performance Indicator) | Messbare Grösse für den Fortschritt | «80% Nutzer aktiv nach 3 Monaten» |
CSFs beschreiben das «Was», KPIs messen das «Wie gut». Beide zusammen ergeben ein vollständiges Steuerungssystem.

Erfolgsfaktoren identifizieren
Methoden zur Identifikation von Erfolgsfaktoren:
- Stakeholder-Interviews: Was brauchen Auftraggeber und Nutzer wirklich?
- Lessons Learned: An welchen Faktoren sind ähnliche Projekte gescheitert oder erfolgreich gewesen?
- Benchmarking: Was machen erfolgreiche Vergleichsunternehmen anders?
- Risikoanalyse: Was sind die grössten Bedrohungen? Die Abwesenheit dieser Risiken ist oft ein CSF
→ Verwandt: Glossar, ICT-Projekte
Quellen: Rockart, J.F. (1979). Chief Executives Define Their Own Data Needs. Harvard Business Review. PMI (2023). PMBOK Guide. Kaplan, R. & Norton, D. (1996). The Balanced Scorecard.
Quellen
- PMI (2021). A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK Guide), 7. Auflage. Project Management Institute.


