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Glossar

Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe aus Führung, ICT-Management und digitaler Veränderung. Zudem bieten die Definitionen eine erste Orientierung. Wo ein Begriff in einem Standard genauer festgelegt ist, führt ein Link zur massgeblichen Primärquelle oder zu einem vertiefenden Beitrag.

A

Agile Methoden

Agile Methoden und Rahmenwerke organisieren Arbeit in kurzen, überprüfbaren Abschnitten. Teams gleichen Ergebnisse regelmässig mit dem tatsächlichen Bedarf ab und passen ihr weiteres Vorgehen an. Dazu gehören Scrum und Kanban; umfangreichere Ansätze wie SAFe übertragen agile Prinzipien auf mehrere Teams und Organisationseinheiten.

Architektur-Framework

Dabei stellt ein Architektur-Framework Begriffe, Strukturen, Methoden und Hilfsmittel bereit, um Unternehmensarchitekturen zu beschreiben und weiterzuentwickeln. Dazu gehören der TOGAF Standard und das Zachman Framework. Dabei hängt der sinnvolle Teil eines Frameworks vom Zweck und vom Reifegrad der Organisation ab.

B

Balanced Scorecard

Dabei verbindet die Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton strategische Ziele mit Kennzahlen. Das ursprüngliche Modell betrachtet die Perspektiven Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Die Perspektiven strukturieren die Strategie; sie ersetzen weder eine Ursachenanalyse noch die fachliche Interpretation der Kennzahlen.

Belbin-Modell

Dabei beschreibt das Modell von Meredith Belbin neun Teamrollen: Plant, Resource Investigator, Coordinator, Shaper, Monitor Evaluator, Teamworker, Implementer, Completer Finisher und Specialist. Es dient dazu, unterschiedliche Beiträge zur Teamarbeit zu besprechen. Dabei sind die Rollen keine festen Persönlichkeitstypen und sollten nicht als alleinige Grundlage für Personalentscheide dienen.

Business Continuity Management (BCM)

Business Continuity Management bereitet eine Organisation auf Störungen vor. Es legt fest, wie priorisierte Produkte und Dienstleistungen auf einem zuvor akzeptierten Niveau fortgeführt oder wiederhergestellt werden. Dazu gehören unter anderem Verantwortlichkeiten, Business-Impact-Analysen, Vorsorgemassnahmen, Notfallpläne und Übungen.

Business-IT-Alignment

Dabei bezeichnet Business-IT-Alignment die Abstimmung von Geschäftszielen, Organisation und Informationstechnologie. Dabei geht es sowohl um die strategische Ausrichtung als auch um die Fähigkeit, Veränderungen gemeinsam zu planen und umzusetzen.

C

Change Management

Dabei umfasst Change Management das geplante Gestalten und Begleiten organisatorischer Veränderungen. Zudem klärt es Auswirkungen, Beteiligte, Kommunikation und Befähigung und unterstützt die Verankerung neuer Arbeitsweisen. Ein Vorgehensmodell allein garantiert noch keine Akzeptanz.

Cloud Computing

Dabei stellt Cloud Computing konfigurierbare IT-Ressourcen über ein Netzwerk bedarfsgerecht bereit. Nach der NIST-Definition gehören dazu fünf wesentliche Merkmale sowie die Servicemodelle IaaS, PaaS und SaaS. Als Bereitstellungsmodelle unterscheidet NIST Private, Community, Public und Hybrid Cloud.

COBIT

Dabei ist COBIT ein von ISACA herausgegebenes Rahmenwerk für Governance und Management der unternehmensweiten Information und Technologie. Ausserdem beschreibt COBIT 2019 ein Kernmodell mit 40 Governance- und Managementzielen sowie Komponenten eines Governance-Systems, darunter Prozesse, Organisationsstrukturen, Informationen, Kompetenzen, Kultur, Richtlinien und technische Dienste.

D

DevOps

Dabei verbindet DevOps Entwicklung, Betrieb und weitere beteiligte Funktionen über gemeinsame Verantwortung, kurze Rückkopplungszyklen und weitgehend automatisierte Abläufe. Dabei sind verlässliche, häufige Änderungen und ein stabiler Betrieb das Ziel. Zudem bezeichnet DevOps keine einzelne Rolle und kein verbindliches Vorgehensmodell.

Digitale Transformation

Digitale Transformation bezeichnet weitreichende Veränderungen von Leistungen, Prozessen, Zusammenarbeit oder Geschäftsmodellen, die durch digitale Technologien ermöglicht oder ausgelöst werden. Ausserdem betrifft sie damit auch Strategie, Organisation und Kompetenzen und geht über das blosse Digitalisieren einzelner Arbeitsschritte hinaus.

E

Enterprise Architecture (EA)

Enterprise Architecture beschreibt wesentliche Strukturen und Zusammenhänge einer Organisation, beispielsweise Fähigkeiten, Prozesse, Informationen, Anwendungen und Technologien. Zudem schafft Architekturarbeit Entscheidungsgrundlagen für die geplante Weiterentwicklung dieser Elemente und ihrer Beziehungen.

G

Governance

Dabei bezeichnet Governance den Rahmen, in dem eine Organisation ausgerichtet, beaufsichtigt und kontrolliert wird. Dazu gehören Entscheidungsrechte, Verantwortlichkeiten, Regeln und Kontrollen. IT-Governance beziehungsweise I&T-Governance wendet diesen Rahmen auf Informationen und Technologie im gesamten Unternehmen an.

I

ICT-Strategie

Dabei beschreibt eine ICT-Strategie, welchen Beitrag Informationen und Technologie zu den Unternehmenszielen leisten sollen und welche Entwicklungen dafür priorisiert werden. Zudem umfasst sie typischerweise Zielbilder, Leitprinzipien, Fähigkeiten, Investitionsschwerpunkte und einen Umsetzungsrahmen. Zeitraum und Detaillierungsgrad richten sich nach dem Umfeld der Organisation.

ISMS (Information Security Management System)

Ein Information Security Management System steuert Informationssicherheit systematisch. Ausserdem verbindet es Ziele, Verantwortlichkeiten, Risikobeurteilung, Massnahmen, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung. ISO/IEC 27001 legt Anforderungen an ein solches Managementsystem fest.

ISO/IEC 27001

Dabei ist ISO/IEC 27001 eine internationale Anforderungsnorm für Informationssicherheits-Managementsysteme. Die veröffentlichte Ausgabe ISO/IEC 27001:2022 beschreibt Anforderungen für Aufbau, Umsetzung, Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung eines ISMS.

ITIL

ITIL ist ein von PeopleCert herausgegebenes Rahmenwerk für das Management digitaler Produkte und Dienstleistungen. Seit Anfang 2026 wird ITIL (Version 5) schrittweise eingeführt; ITIL 4 bleibt während des Übergangs weiterhin verfügbar. Bei Beiträgen zu ITIL muss deshalb die jeweils verwendete Version genannt werden.

K

Kanban

Kanban macht Arbeit und Arbeitsfluss sichtbar und begrenzt begonnene Arbeit. Teams beobachten den Durchfluss, erkennen Engpässe und verbessern Regeln und Abläufe schrittweise. Ein Board mit Statusspalten ist ein Hilfsmittel, bildet die Methode allein aber noch nicht vollständig ab.

KPI (Key Performance Indicator)

Ein Key Performance Indicator ist eine Kennzahl, die einen für die Zielerreichung wesentlichen Leistungsaspekt abbildet. Aussagekräftig wird ein KPI erst mit einer eindeutigen Definition, einer verlässlichen Datenquelle, einem Bezugszeitraum und einem Ziel- oder Schwellenwert. Ob ein Ziel nach SMART formuliert ist, ist davon zu unterscheiden.

L

Lean Management

Lean Management richtet Arbeit auf den Wert für Kundinnen und Kunden aus und versucht, unnötige Aufwände, Wartezeiten und Fehler zu verringern. Der Ansatz entstand im Umfeld des Toyota Production System und wird heute auch in Dienstleistungen, Verwaltung und ICT eingesetzt.

O

OKR (Objectives and Key Results)

OKR verbindet qualitative Ziele mit messbaren Ergebnissen. Objectives beschreiben die angestrebte Richtung; Key Results machen sichtbar, ob Fortschritt erzielt wurde. Viele Organisationen arbeiten mit kurzen Planungs- und Überprüfungszyklen, die konkrete Ausgestaltung ist jedoch nicht einheitlich normiert.

P

PDCA-Zyklus

PDCA steht für Plan, Do, Check und Act. Der Zyklus strukturiert die Planung einer Veränderung, ihre Umsetzung, die Prüfung der Ergebnisse und die daraus abgeleitete Anpassung. Er wird für die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Managementsystemen verwendet.

Portfolio-Management

Portfolio-Management wählt, priorisiert und steuert Projekte, Programme und weitere Arbeiten im Hinblick auf strategische Ziele. Abhängigkeiten zwischen den Bestandteilen sind möglich, aber keine Voraussetzung. Im Zentrum stehen der gemeinsame Wertbeitrag, Risiken, Ressourcen und die fortlaufende Anpassung des Portfolios.

PRINCE2

PRINCE2 ist eine anpassbare Projektmanagementmethode mit Grundprinzipien, Praktiken, Prozessen sowie festgelegten Rollen und Verantwortlichkeiten. Die aktuelle Produktlinie wird von PeopleCert als «PRINCE2 Project Management (Version 7)» bezeichnet.

Projektmanagement

Projektmanagement umfasst die Führung, Planung, Koordination und Steuerung zeitlich begrenzter Vorhaben. Vorgehen und Methoden richten sich nach Zweck, Umfeld, Risiken und Lieferansatz eines Projekts. ISO 21502 berücksichtigt ausdrücklich auch inkrementelle, iterative, adaptive und hybride Ansätze.

R

RACI-Matrix

Eine RACI-Matrix klärt die Mitwirkung an Aufgaben oder Entscheiden. Sie unterscheidet Responsible für die Ausführung, Accountable für die letztliche Verantwortung, Consulted für die beratende Mitwirkung und Informed für zu informierende Stellen. Die Begriffe müssen für den jeweiligen Einsatz einheitlich verstanden werden.

Risikomanagement

Risikomanagement identifiziert, analysiert, beurteilt und behandelt Unsicherheiten, die Ziele beeinflussen können. Risiken werden anschliessend überwacht und bei veränderter Lage neu bewertet. Je nach Standard umfasst der Risikobegriff negative und positive Auswirkungen.

ROI (Return on Investment)

Der Return on Investment setzt einen finanziellen Erfolg in Beziehung zum eingesetzten Kapital. Da in der Praxis unterschiedliche Zähler, Zeiträume und Abgrenzungen verwendet werden, muss die konkrete Formel bei jeder Berechnung genannt werden. Ein ROI bildet qualitative Nutzen und Risiken nicht vollständig ab.

S

Scrum

Scrum ist ein Rahmenwerk für die Entwicklung und Erhaltung komplexer Produkte. Das Scrum Team besteht gemäss dem offiziellen Scrum Guide von 2020 aus einem Product Owner, einem Scrum Master und Developers. Diese drei Bezeichnungen stehen für Verantwortungsbereiche innerhalb eines gemeinsamen, selbstorganisierten Teams. Die Arbeit erfolgt in Sprints von höchstens einem Monat.

Servant Leadership

Servant Leadership versteht Führung als Dienst an den Menschen und am gemeinsamen Zweck. Führungskräfte schaffen Rahmenbedingungen, beseitigen Hindernisse und fördern Entwicklung und Eigenverantwortung. Der Ansatz hebt die Verantwortung der Führungskraft nicht auf.

SLA (Service Level Agreement)

Ein Service Level Agreement vereinbart messbare Anforderungen an eine Dienstleistung. Es beschreibt beispielsweise Leistungsumfang, Messmethode, Zielwerte, Berichtsweg und Verantwortlichkeiten. Ein SLA ist nur belastbar, wenn Begriffe und Messpunkte eindeutig festgelegt sind.

Stakeholder-Management

Stakeholder-Management identifiziert Personen und Gruppen, die ein Vorhaben beeinflussen oder davon betroffen sind. Es analysiert Interessen, Einfluss und Informationsbedarf und plant eine angemessene Einbindung. Ziel ist eine tragfähige Zusammenarbeit, nicht die Zustimmung aller Beteiligten zu jeder Entscheidung.

SWOT-Analyse

Eine SWOT-Analyse stellt interne Stärken und Schwächen externen Chancen und Risiken gegenüber. Sie strukturiert eine Lagebeurteilung, liefert für sich allein aber noch keine Strategie. Kriterien, Datenbasis und Betrachtungszeitraum sollten deshalb offengelegt werden.

T

TCO (Total Cost of Ownership)

Total Cost of Ownership betrachtet die zurechenbaren Kosten einer Lösung über einen festgelegten Lebenszyklus. Dazu können Anschaffung, Einführung, Betrieb, Wartung, Schulung, Ausfall und Ausserbetriebnahme gehören. Welche Kosten einbezogen werden, muss für den Vergleich einheitlich definiert sein.

TOGAF

Der TOGAF Standard ist ein Standard und Rahmenwerk für Enterprise Architecture von The Open Group. Die 10. Ausgabe trennt grundlegende Inhalte von ergänzenden Leitfäden, damit Organisationen die Architekturarbeit an ihren Kontext anpassen können.

Transformationale Führung

Transformationale Führung beschreibt, wie Führungskräfte Orientierung geben, Entwicklung fördern und Mitarbeitende zur gemeinsamen Zielerreichung motivieren. Das Konzept umfasst idealisierten Einfluss, inspirierende Motivation, intellektuelle Anregung und individuelle Berücksichtigung. Seine Wirkung hängt vom Kontext und von der konkreten Ausgestaltung ab.

V

VUCA

VUCA steht für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity, auf Deutsch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Das Akronym beschreibt unterschiedliche Merkmale einer Lage. Für eine Analyse müssen diese Merkmale einzeln konkretisiert werden; «VUCA» allein erklärt weder Ursache noch geeignete Reaktion.

W

Wissensmanagement

Wissensmanagement gestaltet den Umgang mit Wissen in einer Organisation. Dazu gehören das Erkennen relevanten Wissens, sein Austausch, seine Dokumentation und seine Weiterentwicklung. Welche Massnahmen geeignet sind, hängt davon ab, ob Wissen explizit festgehalten werden kann oder stark an Erfahrung und Zusammenarbeit gebunden ist.

Ausgewählte Primärquellen