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Architektur der Wertschöpfung: ICT am Geschäftsnutzen ausrichten

Glossar2 Min Lesezeit

Unternehmen erzeugen Wert nicht in einer einzelnen Abteilung. Beschaffung, Leistungserstellung, Vertrieb, Service und unterstützende Funktionen greifen ineinander. Die Wertschöpfungskette nach Porter macht diese Aktivitäten und ihre Beziehungen sichtbar. Für ICT-Verantwortliche schafft sie einen Ausgangspunkt, um Systeme nicht isoliert, sondern im betrieblichen Zusammenhang zu beurteilen.

Primäre und unterstützende Aktivitäten

Porter unterscheidet primäre Aktivitäten, die unmittelbar an Erstellung, Vermarktung, Auslieferung und Betreuung einer Leistung beteiligt sind, von unterstützenden Aktivitäten. Zu Letzteren gehören unter anderem Personalmanagement, Beschaffung, Technologieentwicklung und die Infrastruktur des Unternehmens.

Aktivitätsbereich Möglicher ICT-Beitrag Zu prüfende Wirkung
Eingangs- und Ausgangslogistik Planung, Bestandsführung, Tracking und Datenaustausch Bestände, Durchlaufzeit, Lieferfähigkeit und Transparenz
Operationen Produktions-, Auftrags- oder Workflow-Systeme Qualität, Kapazität, Automatisierung und Rückverfolgbarkeit
Marketing, Vertrieb und Service CRM, digitale Kanäle, Service- und Wissenssysteme Reichweite, Abschluss, Reaktionszeit und Kundenerlebnis
Unterstützende Aktivitäten Finanz-, HR-, Beschaffungs- und Kollaborationssysteme Steuerbarkeit, Compliance, Kompetenz und Effizienz

Die Tabelle bezeichnet mögliche Beiträge. Ob eine Technologie tatsächlich Wert schafft, hängt von Prozessgestaltung, Datenqualität, Fähigkeiten und Nutzung ab. Ein neues System beschleunigt einen unklaren Prozess nicht automatisch; es kann dessen Schwächen sogar festschreiben.

Fachgrafik mit Eingangs- und Ausgangslogistik, Operationen, Marketing, Vertrieb und Service, Unterstützende Aktivitäten.
Die Grafik fasst die im Beitrag «Architektur der Wertschöpfung: ICT am Geschäftsnutzen ausrichten» beschriebenen Zusammenhänge zusammen.

Von der Aktivität zum Investitionsentscheid

Eine Wertschöpfungsanalyse beginnt bei der Leistung und ihren Empfängerinnen und Empfängern. Danach werden Engpässe, Medienbrüche, Risiken und Abhängigkeiten entlang der Aktivitäten untersucht. Erst auf dieser Grundlage wird entschieden, ob eine Prozessänderung, bessere Daten, eine Integration oder eine neue Anwendung den grössten Beitrag leistet.

Diese Sicht verhindert eine rein technische Priorisierung. Sie macht zugleich Zielkonflikte sichtbar: Eine stärkere Standardisierung kann Betriebskosten senken, schränkt aber unter Umständen die Differenzierung in kundennahen Prozessen ein. Solche Auswirkungen gehören in den Entscheid, ebenso wie Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Wie die gesamte Geschäftslogik beschrieben wird, zeigt der Beitrag zu den Geschäftsmodellen. Der Beitrag zur ICT als Treiber von Geschäftsmodellen ordnet unterschiedliche strategische Rollen der ICT ein.

Quellen und Literatur

  • Porter, M. E. (1985). Competitive Advantage: Creating and Sustaining Superior Performance. Free Press.
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