
Etablierte Unternehmen scheitern regelmässig an disruptiven Technologien – nicht weil sie schlechte Entscheidungen treffen, sondern weil sie gute Entscheidungen für die falsche Situation treffen. Das ist das Innovators Dilemma.
Vier Konzepte zum technologischen Wandel

| Konzept | Kern |
|---|---|
| Innovators Dilemma | Marktführer investieren in Verbesserung bestehender Produkte für bestehende Kunden – und verpassen disruptive Innovationen, die mit schlechterer, aber billiger Technologie beginnen |
| Disruptive Innovation | Neue Technologie ist zuerst schlechter als die bestehende, aber einfacher/billiger; Anfangskunden sind Nicht-Kunden oder Low-End; dann Verbesserung bis sie den Markt dominiert |
| Dual-Track | Etabliertes Kerngeschäft weiter optimieren (Horizon 1) UND gleichzeitig disruptive Alternativen erkunden (Horizon 3); zwei Geschwindigkeiten gleichzeitig |
| Ambidextrie | Exploitation (Kern-Effizienz) und Exploration (neue Technologien) gleichzeitig managen; strukturell oder zeitlich getrennt |
ICT-Antwort auf Disruption
Frühe Erkennung: Technology Radar; Trend-Scouting; Startup-Radar. Strukturelle Trennung: Innovationsteam mit eigenen Prozessen, Budgets und KPIs; nicht in normaler IT-Governance eingebettet. Governance: Wann wird exploratives Projekt zu strategischem Investment? Klare Kriterien definieren. Beispiele erfolgreicher Ambidextrie: AWS wurde von Amazon neben dem Kerngeschäft entwickelt; Google X ist strukturell von Googles Kerngeschäft getrennt.
Fazit
Disruption zu ignorieren ist keine Strategie – es ist eine Wette auf die eigene Irrelevanz. ICT-Manager, die technologischen Wandel aktiv beobachten und strukturell adressieren, schützen ihr Unternehmen vor der Disruption von aussen.
Weiterführend: Technologie- & Innovationsmanagement | Innovations-Ökosystem
Quellen
- Christensen, C.M. (1997). The Innovator’s Dilemma. Harvard Business School Press.


