Open Innovation erweitert den Innovationsprozess über die Grenzen einer Organisation. Zudem können Wissen und Ideen von aussen aufgenommen, gemeinsam entwickelt oder über geeignete Wege nach aussen genutzt werden. Daraus folgt nicht, dass interne Forschung und Entwicklung überflüssig wird. Die Organisation braucht weiterhin genügend Fach- und Aufnahmefähigkeit, um externe Beiträge zu beurteilen und zu integrieren.
Kooperationsformen nach Zweck wählen
| Form | Möglicher Zweck | Führungsfrage |
|---|---|---|
| Pilot mit einem Start-up | eine konkrete Annahme oder Technologie in begrenztem Rahmen prüfen | Was soll gelernt werden, und was geschieht nach dem Pilot? |
| Forschungskooperation | neues Wissen zu einer längerfristigen Fragestellung entwickeln | Wie werden Methoden, Ergebnisse, Publikation und Nutzung geregelt? |
| Ideenwettbewerb oder Hackathon | Perspektiven öffnen und frühe Lösungsansätze erzeugen | Wie werden Beiträge fair behandelt und weitergeführt? |
| strategische Partnerschaft | komplementäre Fähigkeiten oder Marktzugänge verbinden | Welche Ziele, Investitionen und Abhängigkeiten teilen die Partner? |
Überdies ist ein Format noch kein Innovationssystem. Ohne verantwortliche Personen, Ressourcen und einen Übergang in Produkt, Betrieb oder Portfolio enden zudem viele Aktivitäten bei einer Demonstration.

Governance vor dem Wissensaustausch klären
Vor Beginn sollten Vertraulichkeit, geistiges Eigentum, Nutzungsrechte, Datenzugriff, Informationssicherheit und Publikationsinteressen geklärt werden. Bei Start-ups ist zusätzlich zu berücksichtigen, ob die junge Organisation einen Pilot in der benötigten Qualität und Dauer tragen kann. Zu aufwendige Einkaufs- und Sicherheitsprozesse können eine Kooperation verhindern; fehlende Prüfungen schaffen dagegen unvertretbare Risiken.
Erfolg wird am Lern- oder Geschäftsziel gemessen, nicht an der Zahl der beteiligten Organisationen. Der Beitrag zu Technologie- und Innovationsmanagement ordnet externe Impulse in die interne Steuerung ein. Die Produktstrategie zeigt, wie aus Erkenntnissen priorisierte Entwicklung entsteht.
Quellen und Literatur
- Chesbrough, H. W. (2003). Open Innovation: The New Imperative for Creating and Profiting from Technology. Harvard Business School Press.


