Eine belastbare Strategie kann an ihrer Umsetzung scheitern. Die häufig zitierte pauschale Quote von 70 Prozent gescheiterter Strategieprozesse ist jedoch nicht verlässlich genug, um sie als allgemeine Tatsache zu verwenden. Sinnvoller ist es, die konkreten Bedingungen zu prüfen, unter denen strategische Entscheide handlungswirksam werden.
Erfolgsfaktoren Strategieprozess: Fünf Bedingungen für einen tragfähigen Prozess
| Bedingung | Prüfpunkt |
|---|---|
| Klare strategische Frage | Ist ersichtlich, welches Problem oder welche Wahl die Strategie bearbeiten soll? |
| Entscheidungsrechte | Ist festgelegt, wer vorbereitet, entscheidet, umsetzt und überprüft? |
| Geeignete Beteiligung | Sind relevantes Wissen, kritische Perspektiven und Umsetzungsverantwortung einbezogen? |
| Verbindliche Ressourcen | Sind Budget, Kapazität, Kompetenzen und abhängige Entscheide gesichert? |
| Lern- und Korrekturmechanismus | Werden Ergebnisse und Annahmen überprüft und nötige Anpassungen beschlossen? |
Beteiligung bedeutet nicht, dass alle Personen über jeden Punkt entscheiden. Der Prozess sollte transparent machen, wo Mitwirkung, Konsultation oder ein Führungsentscheid vorgesehen ist.

Umsetzung ist mehr als ein Massnahmenplan
Eine Roadmap übersetzt die strategische Wahl in priorisierte Schritte. Wirksam wird sie erst, wenn operative Ziele, Portfolioentscheide, Architektur und Führungsverhalten dieselbe Richtung unterstützen. Widersprüchliche Anreize oder ein vollständig ausgelasteter Betrieb können eine Strategie trotz klarer Massnahmen blockieren.
Reviews finden dann statt, wenn neue Evidenz oder relevante Abweichungen einen Entscheid erfordern. Ein pauschaler Jahresrhythmus genügt in einem veränderlichen Umfeld nicht immer. Das Vorgehensmodell der Strategieentwicklung ordnet die Aufgaben im Gesamtprozess ein. Die strategische Kontrolle vertieft die Überprüfung.
Quellen und Literatur
- Kaplan, R. S. & Norton, D. P. (2008). The Execution Premium. Harvard Business Press.


