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Lieferanten- und Partnerökosystem in der ICT gezielt steuern

ICT-Strategie2 Min Lesezeit

ICT-Leistungen entstehen meist in einem Netz aus Herstellern, Cloud-Anbietern, Integratoren und weiteren Partnern. Dieses Netz erweitert Fähigkeiten und kann zugleich Abhängigkeiten erzeugen. Strategisches Lieferantenmanagement richtet die Steuerung deshalb nach Bedeutung, Versorgungsrisiko und Ersetzbarkeit aus, anstatt alle Beziehungen gleich zu behandeln.

Segmentierung nach Kraljic

Kraljic ordnet Beschaffungskategorien anhand von zwei Dimensionen: ihrer wirtschaftlichen Bedeutung und der Komplexität beziehungsweise dem Risiko des Beschaffungsmarkts. Daraus entstehen vier Felder.

Kategorie Einordnung Möglicher Umgang
Unkritische Güter geringe Bedeutung, geringes Versorgungsrisiko Prozesse vereinfachen und Aufwand begrenzen
Hebelprodukte hohe Bedeutung, geringeres Versorgungsrisiko Wettbewerb und Bündelung nutzen, ohne Qualität zu vernachlässigen
Engpassprodukte geringere wirtschaftliche Bedeutung, hohes Versorgungsrisiko Verfügbarkeit, Alternativen und Bestände beziehungsweise Übergänge sichern
Strategische Produkte hohe Bedeutung und hohes Versorgungsrisiko Beziehung, Roadmap, Risiken und gegenseitige Abhängigkeiten auf Führungsebene steuern

Bei ICT-Leistungen reicht eine einmalige Zuordnung nicht. Anbieterstruktur, Technologie, Vertragsmodell und eigene Abhängigkeit können sich während der Laufzeit verändern.

Fachgrafik mit Unkritische Güter, Hebelprodukte, Engpassprodukte, Strategische Produkte.
Die Grafik fasst die im Beitrag «Lieferanten- und Partnerökosystem in der ICT gezielt steuern» beschriebenen Zusammenhänge zusammen.

Cloud-Abhängigkeiten konkret beurteilen

Bei Cloud-Diensten entstehen Abhängigkeiten unter anderem durch Datenvolumen, proprietäre Schnittstellen, Identitätsdienste, Betriebsprozesse und benötigtes Fachwissen. Ein Multi-Cloud-Ansatz vermindert diese Risiken nicht automatisch. Er kann neue Integrations-, Sicherheits- und Kompetenzkosten verursachen.

Eine realistische Exit-Planung benennt deshalb Datenexport, Übergangszeit, Verantwortungen, technische Alternativen und die Kosten eines Wechsels. Nicht jede Funktion muss vollständig portabel sein. Wichtig ist, dass die Organisation bewusst entscheidet, welche Abhängigkeit sie akzeptiert und wo sie Handlungsoptionen sichern muss.

Die Governance umfasst passende Leistungskennzahlen, Sicherheits- und Datenschutzanforderungen, Reviews, Eskalationswege und Änderungsverfahren. Der Beitrag zur Sourcing-Strategie vertieft die Grundentscheidung. Die IT-Governance ordnet Entscheidungsrechte und Aufsicht ein.

Quellen und Literatur

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