Brainstorming ist die bekannteste Kreativitätsmethode – und eine der am häufigsten falsch angewendeten. Die Forschung zeigt: unkontrolliertes Gruppenbrainstorming produziert weniger und schlechtere Ideen als strukturiertes Vorgehen.
Vier Erfolgsfaktoren guten Brainstormings

| Faktor | Inhalt |
|---|---|
| Regeln | Keine Kritik während der Ideenphase; Quantität vor Qualität; wilde Ideen willkommen; auf fremden Ideen aufbauen |
| Vorbereitung | Klare, gut formulierte Frage; richtiger Teilnehmerkreis; angemessener Zeitrahmen (20–40 min) |
| Allein vor Gruppe | Teilnehmende erst 5–10 min allein Ideen schreiben, dann vorstellen → verhindert Dominanzeffekte |
| Auswertung | Ideen clustern; nach Machbarkeit und Wert bewerten; 3–5 Ideen zur Weiterentwicklung auswählen |

Warum Brainstorming oft scheitert
Produktionsblockade: In der Gruppe können nur Einzelne gleichzeitig sprechen. Soziale Faulheit: In der Gruppe strengen sich Einzelne weniger an. Konformitätsdruck: Mutige Ideen werden unterdrückt, wenn die Atmosphäre nicht sicher ist. Lösung: Strukturiertes Brainstorming oder Wechsel zu Brainwriting.
Fazit
Brainstorming funktioniert – wenn es richtig gemacht wird. Die Investition in Struktur (Regeln, Vorbereitung, Auswertung) zahlt sich in deutlich besseren Ideen aus.
Weiterführend: Brainwriting | SCAMPER
Quellen
- Osborn, A.F. (1953). Applied Imagination. Scribner.


