Klassisches Brainstorming leidet unter einem strukturellen Problem: Laute, selbstsichere Personen dominieren. Brainwriting löst dieses Problem durch stilles, schriftliches Ideensammeln.
Brainwriting vs. Brainstorming

| Dimension | Brainstorming | Brainwriting |
|---|---|---|
| Format | Mündlich; Zuruf; Protokoll | Schriftlich; jeder notiert selbst |
| Gleichberechtigung | Extravertierte bevorzugt | Alle gleichwertig; auch Introvertierte |
| Dominanzeffekt | Häufig; erste Idee prägt den Rest | Kein Dominanzeffekt |
| Ideenaufbau | Schwierig; Ideen gehen verloren | Einfach; fremde Ideen sichtbar zum Aufbauen |

Varianten des Brainwritings
Stilles Brainstorming: Jeder schreibt allein 5 Minuten, dann Ideen vorstellen. Brainwriting-Pool: Blätter auf Tisch; jeder greift ein fremdes Blatt und ergänzt. Methode 635: Strukturierte Version mit 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten pro Runde. Digitales Brainwriting: Miro, FigJam oder Post-its in virtuellen Räumen.
Fazit
Brainwriting ist kein Ersatz für alle Meetings – aber für Ideengenerierungsphasen ist es dem klassischen Brainstorming in fast jeder Hinsicht überlegen. Besonders in diversen Teams oder bei sensiblen Themen.
Weiterführend: Brainstorming | Methode 635
Quellen
- Heslin, P.A. (2009). Better than brainstorming? Journal of Occupational and Organizational Psychology, 82(1), 77–88.


