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Blue-Ocean-Strategie: Wertangebote bewusst neu gestalten

ICT-Strategie2 Min Lesezeit

Die Blue-Ocean-Strategie richtet den Blick auf bisher wenig oder nicht bediente Nachfrage. Statt bestehende Wettbewerbsfaktoren lediglich besser zu erfüllen, soll ein Angebot Nutzen und Kosten neu kombinieren. Kim und Mauborgne bezeichnen dieses Zusammenspiel als Wertinnovation.

Das Vorgehen liefert Hypothesen für neue Markträume. Ausserdem garantiert es weder fehlenden Wettbewerb noch wirtschaftlichen Erfolg. Kundenreaktion, Umsetzbarkeit und Tragfähigkeit des Geschäftsmodells müssen weiterhin geprüft werden.

Strategie-Canvas und vier Aktionen

Dabei stellt ein Strategie-Canvas die Faktoren dar, über die eine Branche konkurriert, und vergleicht das jeweilige Leistungsniveau. Darauf baut das Vier-Aktionen-Format auf:

Aktion Leitfrage Zweck
Eliminieren Welche als selbstverständlich geltenden Faktoren schaffen keinen ausreichenden Nutzen mehr? Unnötige Komplexität und Kosten entfernen
Reduzieren Welche Faktoren werden stärker angeboten, als Zielgruppen sie benötigen? Aufwand auf ein angemessenes Niveau bringen
Steigern Welche relevanten Faktoren bleiben im Markt untererfüllt? Einen bestehenden Nutzen deutlich verbessern
Kreieren Welche bisher fehlenden Faktoren könnten neue Nachfrage ansprechen? Eine neue Nutzenkombination entwerfen

Überdies sollten die vier Fragen gemeinsam bearbeitet werden. Werden nur Leistungen gestrichen, entsteht vor allem ein Sparprogramm. Werden ausschliesslich neue Funktionen ergänzt, steigen Komplexität und Kosten. Die Methode sucht eine andere Wertkurve, nicht eine möglichst lange Funktionsliste.

Fachgrafik mit Eliminieren, Reduzieren, Steigern, Kreieren.
Die Grafik fasst die im Beitrag «Blue-Ocean-Strategie: Wertangebote bewusst neu gestalten» beschriebenen Zusammenhänge zusammen.

Bedeutung für ICT-Entscheide

Digitale Fähigkeiten können neue Kombinationen ermöglichen, etwa einen direkten Zugang, eine andere Form der Zusammenarbeit oder eine datenbasierte Dienstleistung. Technologie ist dabei Mittel und nicht Ausgangspunkt. Zuerst ist zu klären, für welche Nichtkundinnen, Nichtkunden oder unzureichend bedienten Gruppen ein relevanter Nutzen entsteht. Danach folgen Experimente zu Nachfrage, Prozess, Architektur und Wirtschaftlichkeit.

Die Value Proposition hilft, die angenommene Kundensicht zu konkretisieren. Porters Wettbewerbsstrategien zeigen im Vergleich, wie sich eine Organisation innerhalb bestehender Marktstrukturen positionieren kann.

Quellen und Literatur

  • Kim, W. C. & Mauborgne, R. (2015). Blue Ocean Strategy (expanded ed.). Harvard Business Review Press.
  • Kim, W. C. & Mauborgne, R. (o. J.). Strategy Canvas. Abgerufen am 17. August 2026.
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