Der Anschaffungspreis bildet nur einen Teil der wirtschaftlichen Wirkung einer ICT-Lösung ab. Betrieb, Integration, Schulung, Änderungen, Ausfälle und Ablösung können den Vergleich wesentlich verändern. Ein Kostenmodell schafft Transparenz, wenn Umfang, Zeitraum und Annahmen nachvollziehbar definiert sind.
TCO und ICT-Kosten: Drei getrennte Fragen
| Ansatz | Frage | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Total Cost of Ownership | Welche direkten und indirekten Kosten entstehen über den betrachteten Lebenszyklus? | Variantenvergleich, Beschaffung und Architekturentscheid |
| Activity-based Costing | Welche Aktivitäten beanspruchen Ressourcen und verursachen Kosten? | Servicekalkulation und Prozessverbesserung |
| Showback oder Chargeback | Wie werden Kosten den nutzenden Bereichen transparent gezeigt oder verrechnet? | Nachfrage- und Kostensteuerung interner Services |
Cost Center, Shared Service und Profit Center beschreiben organisatorische beziehungsweise finanzielle Verantwortungsmodelle. Sie sind nicht mit einer bestimmten Verrechnungsmethode gleichzusetzen.

Vergleichbarkeit und Steuerungswirkung prüfen
Eine TCO-Rechnung muss denselben Leistungsumfang, Zeithorizont und Risikoumfang vergleichen. Bei Cloud und On-Premises gehören beispielsweise Nutzungsschwankungen, interne Betriebsarbeit, Datenübertragung, Vertragsbindung und Ablösung in die Annahmen. Unsichere Werte sollten als Bandbreite oder Szenario ausgewiesen werden.
Kostentransparenz verbessert Entscheide nicht automatisch. Eine Verrechnung pro Ticket kann etwa die Nachfrage senken, aber auch dazu führen, dass Probleme zu spät gemeldet werden. Das Modell wird deshalb gemeinsam mit Qualitäts- und Nutzenkennzahlen beurteilt.
Der Beitrag zur ICT-Performance verbindet Kosten mit Leistung. Die wertbasierte Strategie ordnet die Perspektive der Anspruchsgruppen ein.
Quellen und Literatur
- Kaplan, R. S. & Anderson, S. R. (2007). Time-Driven Activity-Based Costing. Harvard Business Press.


