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Die neun Eskalationsstufen nach Glasl

Konfliktmanagement2 Min Lesezeit

Friedrich Glasls Eskalationsmodell beschreibt, wie sich Konflikte schrittweise verschärfen können. Es ordnet neun Stufen drei Bereichen zu: In den ersten Stufen sind Lösungen denkbar, bei denen beide Seiten gewinnen. Danach dominiert die Vorstellung, dass eine Seite nur auf Kosten der anderen gewinnen kann. In den letzten Stufen nehmen die Parteien auch eigenen Schaden in Kauf.

Das Modell ist eine Analysehilfe, kein Messinstrument mit trennscharfen Grenzen. Konflikte müssen nicht jede Stufe durchlaufen, und ihre Einordnung verlangt mehr als das Wiedererkennen eines einzelnen Merkmals.

Drei Bereiche und neun Stufen

Bereich Stufen Entwicklung
Win-win 1 Verhärtung, 2 Debatte und Polemik, 3 Taten statt Worte Standpunkte verhärten sich, Gespräche werden zum Kampf um Recht und Einfluss, Vertrauen in Worte nimmt ab.
Win-lose 4 Images und Koalitionen, 5 Gesichtsverlust, 6 Drohstrategien Lager entstehen, die Gegenseite wird abgewertet, Drohungen und Gegenforderungen bestimmen das Handeln.
Lose-lose 7 begrenzte Vernichtungsschläge, 8 Zersplitterung, 9 gemeinsam in den Abgrund Die Schädigung des Gegenübers wird wichtiger als der eigene Nutzen; am Ende wird Selbstschädigung in Kauf genommen.

Eine absteigende Folge ordnet die neun Eskalationsstufen nach Glasl den Bereichen Win-win, Win-lose und Lose-lose zu.
Die Eskalationsstufen nach Glasl zeigen, wie sich der Konflikt von verhärteten Standpunkten bis zur gegenseitigen Schädigung entwickelt. Eigene Darstellung nach Glasl (2013).

Was Führungskräfte daraus ableiten können

Mit fortschreitender Eskalation nehmen die Möglichkeiten zur direkten Selbstklärung ab. In frühen Stadien kann ein klar geführtes Gespräch genügen. Später sind neutrale Vermittlung, formelle Entscheidungen, Schutzmassnahmen oder eine organisatorische Trennung zu prüfen. Welche Intervention passt, hängt neben der Stufe auch von Machtverhältnissen, Gefährdung, Regeln und der Rolle der Führungskraft ab.

Eine verbreitete Vereinfachung lautet, ab einer bestimmten Stufe sei stets genau eine Interventionsform vorgeschrieben. So mechanisch sollte das Modell nicht verwendet werden. Es unterstützt die Diagnose, ersetzt aber keine sorgfältige Situationsbeurteilung.

Frühe Veränderungen beschreibt der Beitrag zu den Konfliktanzeichen. Der Phasenrahmen der Konfliktbewältigung zeigt, wie Analyse, Intervention und Nachkontrolle verbunden werden können.

Quellen und Literatur

  • Glasl, F. (2013). Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führung, Beratung und Mediation (11. Aufl.). Haupt.
  • Trigon Entwicklungsberatung. Friedrich Glasl – Konfliktmanagement und Mediation in Organisationen. Profil und Publikationshinweise.
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