Gut erhobene Anforderungen sind präzise, vollständig und priorisiert. Die Wahl der richtigen Erhebungsmethode hängt von Komplexität, Stakeholderzahl und verfügbarer Zeit ab.
Methoden und Instrumente zur Anforderungserhebung: Instrumente im Überblick

| Instrument | Stärke | Limitation |
|---|---|---|
| Fragebögen | Skalierbar, viele Personen gleichzeitig | Keine Rückfragen möglich, oberflächlich |
| Prototyping | Konkret, deckt implizite Anforderungen auf | Zeitaufwändig, weckt falsche Erwartungen |
| Use Cases | Nutzerperspektive, vollständig und testbar | Erfordert Schulung der Verfasser |
| MoSCoW | Schnelle Priorisierung, gemeinsamer Konsens | «Must» wird oft überstrapaziert |

MoSCoW in der Praxis
Must Have: ohne diese Anforderung scheitert das Projekt. Should Have: wichtig, aber notfalls verzichtbar. Could Have: nice-to-have, wenn Zeit und Budget reichen. Won’t Have: explizit ausgeschlossen – was wichtig ist, um Scope-Inflation zu verhindern. Faustregel: Wenn mehr als 60% der Anforderungen «Must» sind, ist die Priorisierung nicht glaubwürdig.
Fazit
Kein einzelnes Instrument ist universell. Kombination empfehlenswert: Workshops zur Ersterhebung, Fragebögen zur Validierung mit einer breiteren Gruppe, Use Cases zur Präzisierung, MoSCoW zur Priorisierung.
Weiterführend: Anforderungserhebung | Ausschreibung
Quellen
- IIBA (2015). BABOK Guide v3. iiba.org.


