Schlechte Anforderungen führen zu schlechten Beschaffungen. Wer zu wenig Zeit in die Anforderungserhebung investiert, bezahlt doppelt – beim Ausschreibungsdesign und bei der Implementierung.
Anforderungen systematisch erheben: Bewährte Erhebungsmethoden

| Methode | Stärken | Einsatz |
|---|---|---|
| Interviews | Tiefes Verständnis individueller Bedürfnisse | Schlüssel-Stakeholder, Fachabteilungen |
| Workshops | Konsensfindung, gemeinsames Bild | Interdisziplinäre Gruppen, Priorisierung |
| Beobachtung | Aufdecken impliziter Anforderungen | Operative Prozesse, Schwachstellen |
| Dokumentenanalyse | Schnelle Ersterfassung, historisches Wissen | Bestehende Systeme, Prozessbeschreibungen |

Anforderungen strukturieren
Erhobene Anforderungen nach Muss/Soll/Kann priorisieren. Funktionale Anforderungen (Was soll das System können?) von nicht-funktionalen (Wie schnell? Wie sicher?) trennen. Anforderungen messbar formulieren: «Das System muss 500 gleichzeitige Benutzer unterstützen» statt «Das System muss skalierbar sein».
Fazit
Anforderungserhebung ist keine administrative Pflicht – sie ist Wertschöpfung. Gut erhobene Anforderungen führen zu präziseren Ausschreibungen, besseren Angeboten und reibungsloseren Implementierungen.
Weiterführend: Erhebungsinstrumente | Ausschreibungsaufbau
Quellen
- IIBA (2015). Business Analysis Body of Knowledge (BABOK). v3.


