Beschaffung & Sourcing1 Min Lesezeit
Outsourcing-Entscheide werden häufig mit übertriebenen Versprechen begründet und mit unterschätzten Risiken umgesetzt. Eine realistische Einschätzung beider Seiten ist Voraussetzung für erfolgreiche Outsourcing-Projekte.
ICT-Outsourcing: Chancen und Risiken im Überblick

| Aspekt | Realitätscheck |
|---|---|
| Kosteneinsparung | Real wenn: ausreichendes Volumen, hohe Standardisierung, starker Wettbewerb im Anbietermarkt, klare Specs. Nicht real wenn: Prozesse nicht standardisiert, viele Change Requests, interner Koordinationsaufwand steigt |
| Qualitätsrisiken | Ohne starke Governance und klare SLAs sinkt Servicequalität. Partner optimiert auf Vertragsmetriken, nicht auf Kundenzufriedenheit. Symptom: SLA formell erfüllt, Business unzufrieden |
| Vendor Lock-in | Nach 3–5 Jahren Outsourcing ist Insourcing teuer und aufwändig. Wechsel zu einem anderen Anbieter kostet 12–24 Monate Transition. Verhandlungsposition sinkt mit zunehmender Abhängigkeit |
| Retained Organization | Kritische Entscheidung: Was bleibt intern? Mindestens: Demand Management, Vendor Management, Security, Architektur. Fehler: zu viel auslagern, sodass internes Wissen verloren geht |

Fazit
Outsourcing ist kein Sparinstrument – es ist ein Steuerungsinstrument. Wer die richtigen Dinge auslagert, mit der richtigen Governance und realistischen Erwartungen, kann echten Wert schaffen. Wer hauptsächlich sparen will, wird enttäuscht.
Weiterführend: Outsourcing-Strategien | Vertragsgestaltung
Quellen
- Lacity, M. & Willcocks, L. (2012). Advanced Outsourcing Practice. Palgrave Macmillan.
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